Ich habe eine Freundin und die habe ich sehr lieb. Was ich gar nicht vertragen kann, ist die Tatsache, dass verbale Grobmotoriker mit einem Schwall an Komplimenten ihr zuerst die Tür einrennen und dann sagen: "Entschuldigung. Ich hab das nicht so gemeint. Ich bezahl dir auch die Tür." So einen Typen will man dann auch nichtmal mehr zum guten Freund haben.
Liebe Männer oder zumindest die, die gerne denken, viel hilft viel: Es gibt Kommunikationskonventionen, was als nettes Kompliment gewertet wird und was durchaus als Anmachspruch durchgeht.
Ein paar Beispiele.
Nettes Kompliment: "Du siehst aber heute hübsch aus. Schöner Schal."
Anmache: "Griselda, du bist ausnehmend schön!"
Nettes Kompliment: "Mit dir hat man echt Spaß."
Anmache: "Du bist so eloquent, ich komm gar nicht los von dir!"
Nettes Kompliment: "Ach, der Abend heute mit dir war echt schön. Das nächste Mal gehen wir dann in die Cocktailbar, von der du vorhin erzählt hast."
Anmache: "Der Abend heute mit dir war wundervoll. Bitte, wann darf ich dich wiedersehen?"
Wer nach einer Salve der letztgenannten Komplimente sich anschließend wundert, dass die Frau sich Hoffnungen macht und arg enttäuscht ist, wenn der Spruch "Lass uns Freunde sein" kommt, hat definitiv die falschen Signale verschickt! Es gibt nicht nur die Pole "rüpelhaft" und "ausnehmend charmant"! Es geht auch, wenn man(n) sich einfach nur gut erzogen benimmt und nicht den gesamten Weg mit Honig auskleistert. Dann hilft es rein gar nichts, der Frau Naivität zu unterstellen und die eigenen Hände in Unschuld zu waschen, dass da irgendwas falsch interpretiert wurde! Also, geht doch bitte nicht immer mit der Axt in den Wald, fällt einen Baum und stellt dann fest, dass ihr doch eigentlich genügend Feuerholz habt und den Baum nicht braucht. Ein entspannter Spaziergang reicht manchmal durchaus.
Moralpredigt beendet.
Für alle, die es noch nicht wissen (und das dürften einige sein - die interessiert es möglicherweise noch nicht einmal - mir doch Wurscht!): Ich bin sowas wie ein gefüllter Pfannkuchen. Also, mit Marmelade. Nur heißt bei mir die Marmelade Knöpfchen, Murkel, Trampeltier oder Boxwurst. Für alle Nochimmeraufdemschlauchsteher: Ich bin schwanger.
Nun passiert es, dass bestimmte Klamotten nicht mehr passen und man zumindest Hosen neu kaufen muss. Erschwerend kommt hinzu, dass im Mai auch noch mit dem Knopfpapa die Hochzeit ansteht und ein Kleid dafür her muss. Also war heute Einkaufsbummel angesagt und es war DEPRIMIEREND!!!
Wenn man schwanger und zudem noch dick ist, hat man keine Chance, elegante Klamotten zu bekommen. Entweder gibt es keine Abteilung für Umstands- oder Übergrößenmode oder es gibt so eine Abteilung, aber keine elegante Umstandsmode resp. Vergleichbares in Übergröße. Trend diese Saison: Hochwasserhosen in schlammgrün oder braun, eng anliegend bis zu den Kniescheiben, Oberteile in Zeltoptik, oder so knalleng, dass man auch ganz ohne gehen kann. Angezogen ist man damit nicht. MAN SIEHT IMMER AUS WIE 200 PFUND LEBERKÄSE!!!
Simones Rat dann heute: "Doris, hast du nicht nach der Größe Z gefragt?" Ich: "Z?" Simone:"Na Zelt!" Ich: "Ja, stimmt. Ich kann zur Hochzeit natürlich auch als Zirkus gehen...." Dann hab ich wenigstens mal wieder gelacht.
Empfehlung an alle Schwangeren: Meidet WÖHRL, Karstadt und Peek und Cloppenburg. Ich hab da heute aus Versehen nach entsprechenden Abteilungen für mich gefragt. Die Gegenfrage der Verkäuferinnen: "Sie suchen bitte WAAAS???"
Ansonsten geht es dem Nachwuchs gut. Er liegt wachstumsmäßig voll im Durchschnittswert, hat alle Gliedmaßen und Organe und strampelt ordentlich rum. Nur ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, werden wir erst in 5 Monaten erfahren. Ein wenig Überraschung soll noch bleiben.
Heute hatte ich einen Termin bei der Agentur für Arbeit formally known as Arbeitsamt. Diese Agentur hat vor einiger Zeit hier in Dresden ein neues Gebäude spendiert bekommen, das auf hinreißende Art und Weise liebevoll mit hunderten Zetteln ausdekoriert wurde. Die sind auch dringend notwendig, da das Gebäude an sich labyrinthisch angelegt ist. Auf den Zetteln stehen dann so Hinweise wie „Wartezone für Trallahoppsassa”, wobei der Bereich von Trallahoppsassa leider erst 5 Ecken später losgeht und der Bittsteller buchstäblich wie bestellt und niemals abgeholt dasitzt.
Ich war heute 13 Uhr bestellt. Ich verließ dann 14 Uhr die Wartezone (leicht rötliche Wangenfärbung). Bis dahin hatte ich eine komplette Strategie entwickelt, wie die Agentur für Arbeit formally known as Arbeitsamt moderner, schlanker, konsumorientiert und kundenanziehender werden kann. Es geht los mit Merchandising-Artikeln wie t-shirts, Schlüsselbändern, Schlüsselanhängern, (Achtung, erster Brüller) Portemonnaies, (Achtung, zweiter Brüller) Uhren und (nicht so der Brüller) Schlafsäcken. Da ich letztens lernte, deutsche Werbung müsse dringender noch lustiger werden, bastelte ich die Rohversion des ersten Werbeslogans, der sich auch noch reimt. Achtung, hier kommt er:
Das sind alles riesengroße
Ar.......beitslose, Arbeitslose.
Ich arbeite weiter daran.
Es war also 14 Uhr, als ich dann selbständig das Zimmer meines Sachbearbeiters aufsuchte. Ich klopfte, er machte auf, ich sagte meinen Namen, darauf er: „Sie kommen aber spät.”
Ich: „Äh, man hat mir an der Information gesagt, ich solle mich in den Wartebereich setzen, Sie würden mich dann holen!”
Er: „Achso, nein, in welchem Wartebereich saßen sie denn?”
Ich: „Wieviele gibt es denn? Ich saß in dem, der mit 'Wartezone für das Team akademische Berufe' bezeichnet ist.”
Er: „Ach, das ist der am ganz anderen Ende. Nein, sie müssen hier vorne warten.”
Ich: „Und wie heißt der Wartebereich?”
Er: „Der hat keinen Namen.”
Ich: „Ja, aber die an der Information hatten mir gesagt, ich solle mich in den Wartebereich setzen, der 'Wartezone für das Team akademische Berufe' heißt.”
Er: „Dann war das falsch.”
Tolle Einsicht, ich durfte rein. Da das ein Beratungsgespräch sein sollte, erklärte mir der Herr erstmal, was der Unterschied zwischen arbeitssuchend und arbeitslos ist, dann erfuhr ich, dass ich kein Arbeitslosengeld I bekomme, sondern maximal Arbeitslosengeld II, dieses aber erst beantragen könne, wenn der Antrag auf Arbeitslosengeld I abgelehnt wurde, den Antrag auf Arbeitslosengeld II kann ich aber auch nicht einfach so abgeben, dafür bräuchte ich einen Termin und ~Lufthol~ das kann dauern. Ah ja. Noch was? Ach ja, bei der Zeugnisvorlage kam die Aussage: „Na, Deutsch ist ja nicht so ihr Spezialgebiet, wenn ich mir mal die Note anschaue.” Bei dem Satz war ich dann schon dezent lila im Gesicht.
Ich: „Wissen Sie, ich bin mit der Note auch nicht allzu glücklich. Ich hab meine letzten Prüfungen nicht mehr allzu gesund absolviert. Ist jetzt aber auch Wurscht, da ich einen Abschluss habe.”
Er: „Wie sieht es denn mit dem Referendariat aus?”
Ich: „Ich hab mich beworben und wurde abgelehnt. Deutsch ist von der Zulassung nahezu gesperrt.”
Er: „Und was machen Sie da jetzt?”
Ich: „Äh.....Arbeit suchen? Hallo? Bin ich hier richtig?”
Er: „Naja, füllen Sie erstmal den Antrag auf Arbeitslosengeld I aus. Den geben Sie dann hier ab. Der wird auch innerhalb von ein paar Tagen abgelehnt. Dann bekommen Sie den Antrag auf Arbeitsl…”
Ich: „Ja, das haben Sie mir schonmal erzählt. Aber ich bin nicht in erster Linie hier, um Arbeitslosengeld Nummerwasweißich zu beantragen, sondern weil ich Arbeit suche! Sie haben meine Unterlagen, ich habe alles ausgefüllt, ich habe mein Zeugnis vorgelegt mit meinem Abschluss und jetzt suche ich Arbeit und kein Arbeitslosengeld.”
Er: „Ja, aber wir haben auch nichts. Sie können nur das Arb..”
Ich hab den Rest nicht mehr gehört. Der Mann begleitete mich noch zu Team 311, die mir dann wenigstens die Formulare für die Arbeitslosengelder aushändigten.
Da hab ich mich nun die letzten Tage durch Broschürenstapel gekämpft, Formulare ausgefüllt, auf denen ich gefragt wurde, welche beruflichen Alternativen ich mir vorstellen könnte, habe alle meine Interessen aufgeschrieben nebst Fragen, die ich an den Berater hatte und was erzählt der mir gebetsmühlenartig? Wie ich die frühere Sozialhilfe beantrage! Ja, bin ich mit meinem Abschluss eine vernünftige Beratung nicht mehr wert? Nichts von wegen „Wir haben da hier so Veranstaltungen mit Bewerbungstraining” oder Vergleichbares. Nein! Die einzige wertvolle, verwertbare Information aus dann mittlerweile 2 1/2h war: „Im BIZ liegt eine Broschüre mit aufgelisteten Berufs- und Privatschulen. Da gibt es auch Schulen für Gestaltung. Schicken Sie dort mal eine Bewerbung hin.”
Warum haben eigentlich, wenn schon Arbeitnehmer eine Meldepflicht haben, Arbeitgeber keine Meldepflicht über freie Stellen? Wär das nicht praktisch, wenn solche Informationen dem Arbeitsamt vorliegen würden, damit die Arbeitslosen, die im Idealfall auch Arbeitssuchende sind, vielleicht schneller wieder an einen Job kommen? Wenn sich das mal durchsetzen ließe, hätte diese Scheißagentur auch eine sinnvolle Daseinsberechtigung! Sonst könnte ich dem 1. Satz, den ich heute von einem total entnervten Mann im Fahrstuhl hörte (nämlich: „Die Leute, die hier arbeiten, sollten mal nicht so eine Fresse ziehen und mich anscheißen, weil ich in der verkehrten Abteilung gelandet bin. Die können froh sein, dass es Arbeitslose gibt.”) nur zustimmen.
Die Verschwörungstheorie, dass die Agentur für Arbeit formally known as Arbeitsamt ein echtes Interesse an Arbeitslosen hat und lieber Arbeitslosengeld II vermittelt statt Arbeit, bastel ich mir dann bei meinem nächsten Termin in der bekloppten Hütte zurecht. Ich gehe davon aus, dass ich wieder ein paar Stunden dort verbringen werde.
Ach ja, bevor ich es vergesse: Den letzten Satz, den ich heute in diesem Etablissement hörte, war: „Und melden Sie sich aber sofort, wenn Sie Arbeit haben!” Jawoll! Werde ich tun! Und dann erzähl ich euch Flachpfeifen gerne mal, wie man Arbeit findet! Schritt 1: Lass die Beratung beim Arbeitsamt sein und nutz die 2 1/2h dazu, die Jobbörsen im Internet weiter zu durchkämmen und Bewerbungen zu verschicken!
Mahlzeit.
Heute sah ich, wie sich der Himmel in Trauergrau ins Meer stuerzte.
Ich stand dabei mit den Fuessen eingegraben im Sand, Wasser bis zu den Waden und Salzwind im Gesicht. Hinter mir liefen aufgeregt Moewen ueber den Strand. Wenn eine Welle kam, zogen sie die Beine an und schwammen an mir vorbei oder liefen vor dem Wasser weg.
Ich versuche fuer einen Augenblick, mir Autolaerm, Grillbudengestank und Stimmengewirr vorzustellen. Es gelang mir nicht. Das Rauschen des Meeres habe ich jetzt, wieder in der Grossstadt sitzend, noch genau im Ohr. Auch den Selbstmordhimmel seh ich genau vor mir: Wolke um Wolke, deren ausgefranste Raender ins Meer zu tunken scheinen, dort, wo ein Schiff schon seit Stunden wie festgenagelt am Horizont klebt.
Etliche Kilometer bin ich heute gelaufen: Vor mir ein kleines Maedchen, das erst auf das Wasser zu und mit jeder neuen Welle kreischend wieder in Richtung Strand lief. Wie die Moewen vorhin. Ich habe Urlaub. Ich kann heute darueber laecheln und mit ihr gemeinsam vor der naechsten Welle fluechten. Sie lacht. Es dauert ca. 2 km, bis ich ein gedankenverloren freundliches Gesicht mache und nicht mehr duester mit zusammengezogenen Augenbrauen Meter fuer Meter zuruecklege. Der nasse Sand kratzt an den Fusssohlen und zwischen den Zehen, und mit den Fersen sinke ich bei jedem Schritt ein. In den Haenden halte ich gesammelte, nasse Steine und mit den Augen suche ich immer wieder nach neuen Fundstuecken. Dann komme ich heim mit vollgestopften Taschen, in denen es klappert und raschelt. Meine Schaetze von diesem Tag: Diesen Stein fand ich dort, wo die Moewen auf den Fischerbooten thronten. Dieser Stock schwamm mir entgegen, als eine Welle mir das linke Hosenbein durchnaesste und ich mich umdrehte, damit die naechste Welle auch noch das rechte Hosenbein erwischt. Diese Muschel habe ich zum Tausch mitgenommen, als ich eine noch lebende Muschel fand, die ich aber wieder zurueck ins Meer geworfen habe. Ich bin mir sicher, sie wurde ein paar Minuten spaeter wieder an den Strand gespuelt.
Ich habe mir heute ein Stueck Gelassenheit erlaufen und Zeit zurueck gewonnen. Ich habe die Langsamkeit fuer mich entdeckt und bin endlich den Krampf aus dem Nacken losgeworden.
Heute denke ich noch nicht daran, wieviele Tage mal von diesem einen zehren muessen.
Nach Monaten heute mal wieder ein Eintrag und zwar von ganzweitweg: Madame befindet sich nach 8 Jahren des festen Verharrens in den eigenen 4 Waenden im Urlaub und zwar in Gdansk.
Untergracht bin ich mit Simone in einer Jugendherberge, die sonst das ganze Jahr ueber als Internat genutzt wird. Nur von Juli bis August dient es als Herberge. Von auszen sieht es aus wie ein windschiefes Buecherregal, bei dem die Boeden arg durchhaengen. Von innen sieht es genauso aus. Nur etwas charmanter.
Nun ein paar Insider: Ich bin mit dem Studium fertig, es stellte sich juengst heraus, dass ich gesund bin und ich habe seit ein paar Wochen einen wundervollen Mann an meiner Seite. Das Leben ist eins der schoensten!
11.04.2005
Für alle
Dem Andenken meines Vaters
für Birgit
und Ihnen, sehr verehrter Herr Professor K.,
zu Dankbarkeit
und meiner Frau Petra.
Dem Andenken meiner Mutter
und meiner Frau Carmen
und für meine Mutti
meiner Mutter.
Dem Andenken meiner Eltern
Für Claudia
V.Ž. in Freundschaft
und in Dankbarkeit für
zwei Jahrzehnte
wissenschaftlicher Zusammenarbeit.
Für meinen Sohn Franz Benedikt.
Es ist ein Auszug aus einer Sammlung an Widmungen, die ich im Laufe des letzten Jahres in Büchern fand. Wie lese ich ein Buch? Schaue ich es von vorn bis hinten an? Wer nimmt eigentlich so eine Widmung wahr? Warum bekommen hunderte von Müttern extrem langweilige Bücher über Romantheorie, Wortbildung und Sprachgeschichte gewidmet? Da steht: Für meine Mutter. Dies steht in hunderten von Büchern. In dem Moment wird die wohl wichtigste Bezugsperson im Leben eines Menschen vollkommen abstrakt. So auf dem Papier, in einem Buch, in einer Widmung sieht eine Mutter aus wie die andere.
Nächster Punkt: Der Grund einer Widmung. Warum bekommt überhaupt irgendjemand, der weder als Autor noch als Herausgeber im Titel erwähnt wird, ein Buch gewidmet?
An dieser Stelle offenbart sich ein Stückchen privater Geschichte, das aber nicht erzählt wird, sondern maximal vom fremden Leser erahnt werden kann. Da steht: Für meine Frau Carmen. Ok, sie ist schon weniger abstrakt als die Widmungsmütter. Aber was hat sie mit dem Buch zu tun? Hat sie den Autor inspiriert? Korrektur gelesen? Ihm während dessen ein Kind geboren? Oder ist sie gar, während das Buch geschrieben wurde, verstorben und dies soll der letzte Gruß an sie sein? Was steckt dahinter?
Meine Vorstellung: Da steht irgendwo ein Mensch mit einem Buch in der Hand, lächelt versonnen über die dritte Buchseite, streicht mit der Hand darüber und ist gerührt über die an ihn gerichtete Widmung. Wenn der Verfasser Glück hat, stehen zur selben Zeit und später hunderte von Menschen ebenso wie der eine mit dem Buch in der Hand, nehmen möglicherweise die Widmung wahr, kennen aber weder eine Carmen noch eine Petra und all die Mütter schon gleich gar nicht. Aber es wird als eine liebe Geste des Verfassers erkannt, als Dankbarkeit decodiert, es wirkt in jedem Falle sehr herzlich. Dieses eine Buch gehört einem einzigen, ganz besonderen Menschen. In jeder Widmung steckt eine ganz besondere Form von Gedächtnis. Es ist privates Gedächtnis und Identität, das in dem Moment der Veröffentlichung und mit Wahrnehmung durch Fremde öffentlich wird. Aber jede Widmung wird nur dem Wortlaut nach öffentlich. Der Sinn bleibt privat. So hat jedes Buch, das irgendwem gewidmet wird, eine kleine versiegelte Stelle. Bei allem Kommerz und Rechten am Buch, die auf verschiedene Leute aufgeteilt sind, hat der Autor ein kleines Stück Biographie in jedem Buch gelassen: Durch Mutti, Carmen und Franz Benedikt.
Wenn das hier einer liest und eine besonders schöne Widmung in einem Buch gefunden hat, dann hier auflisten und Buch + Verfasser dazu schreiben. Mit etwas Glück wird das mal eine andere Art von Bibliographie.
04.03.2005
Nebenzeit
Ich habe die letzte Nacht kaum geschlafen. Irgendwann, in akuter Rastlosigkeit, zwang ich mich auf die Couch, da war es schon 3 Uhr. Zwischen 3 Uhr und 6.30 Uhr fehlt ein Stück Erinnerung. 6.30 Uhr störten mich die Geräusche des Fernsehers, außerdem war ich in normaler Kleidung eingeschlafen und fühlte mich aus durchbrochener Gewohnheit unwohl. Hatte ich es also mal wieder nicht geschafft, ins Bett zu gehen.
Ich stand auf, machte den Fernseher aus, und: Mir wurde mit einem Mal klar, warum Kinder, wenn sie ein Winterbild malen, den Schnee mit blauen Linien umranden. Es sieht ganz genauso draußen aus.
Es ist schon hell, aber die Sonne geht erst noch auf. Ich liebe diese Minuten am Morgen: Die Nacht ist zwar schon vorbei, aber vor Sonnenaufgang ist es noch nicht Tag. Wie nennt man diesen Zeitraum? Tacht vielleicht? Oder Nag? Mit Dämmerung gebe ich mich nicht zufrieden. Abends dämmert es auch, aber die morgendliche Dämmerung ist eine andere als die abendliche. Gut, man könnte es zur näheren Spezifizierung Morgen- und Abenddämmerung nennen. Aber für die Zeit zwischen Nachtigall und Lerche, die Sekunden, in der literarische Schicksale beschlossen, besiegelt und vernichtet wurden, für die Minuten, in denen sich in mittelalterlichen Turmzimmern die heimlichen Geliebten Lebewohl sagen, möchte ich nicht nur den terminus technicus „Morgendämmerung” haben. - Während dieser Überlegung am Fenster stehend erwache ich leider komplett. Die Haut am ganzen Körper fühlt sich wie eine nasse Schicht aus Frischhaltefolie an. Ich weiß schon, was mir den ganzen Tag bevor steht: Ich habe wieder einen Tag ohne Gestern. Ich habe den letzten Tag nicht richtig beendet, ergo geht es mit dem weiter, was eigentlich Gestern werden sollte. Also ist es jetzt nicht 6.39 Uhr, sondern 30.39 Uhr. Na, das kann ja ein Spaß werden. Kann ich wieder den ganzen Tag meine Tageszeit ausrechnen und wenn heute Gestern weiter geht, dann ist morgen übermorgen. Das passiert, wenn man nicht ins Bett geht: Man verliert Heute und Morgen. Großartig. Besser, ich spüle mir erst einmal die klebrige Frischhaltefolie vom Körper.
Unter der Dusche bemerke ich es dann zum ersten Mal: Die Badezimmerheizung hat leise vor sich hingeknistert - manchmal ist auch ein mittellautes Knacken dabei - als es sich plötzlich so anfühlt, als würde mir jemand eine Kerzenflamme ans Gesicht halten und ich zucke zurück, weil ich mir nicht die Haare verbrennen will. Dann merke ich es auch an der Schulter - es ist eine angenehme Wärme, die aber bei mir mit Vorsicht verknüpft ist. Außerdem steht niemand in meinem Badezimmer und schwenkt mit Kerzen. Es ist der Heizstrahler, der mir heute viel wärmer als sonst vorkommt. Gut, ich wundere mich etwas, denke aber nicht weiter darüber nach. Mittlerweile ist es schon 7 Uhr. Nein, 31 Uhr. Um diese Zeit wollte ich ohnehin aufstehen. Wär ich mal nur - nicht ärgern.
Ich gehe in die Küche, fülle die kleine Espressokanne erst mit Wasser und dann mit Espressopulver, stelle alles gut verschraubt auf den Herd und höre es leise brummen. Steht eine der beiden Katzen hinter mir, um mir auf kätzisch zu sagen, dass es jetzt nicht nur Frühstückzeit für mich ist. Ich drehe mich um: Keine Katze. Aber es brummt. Kühlschrank? Nein, der scheppert mehr. Ich schaue aus der Küchentür um die Ecke und sehe Sushi gemeinsam mit Puck auf dem gelben Hocker liegen. Beide haben die Augen geöffnet, schauen mich an und schnurren. Hier ziehen sich das erste Mal meine Augenbrauen als Ausdruck der leichten Verstörung zusammen. Hocker samt Katzen ist ca. 2 Meter von der Küche weg. Ich gehe probehalber hin und lege ein Ohr an die Tierbäuche: Ja, es brummt. In beiden Bäuchen. Aber das hört man bis zur Küche? Muss ich mich wundern? Hab ich was in den Ohren? Wasser vom duschen? Das kann verstärkend wirken - ich kenn das von früher aus dem Schwimmbad. Wenn da ein Tropfen nicht das Ohr richtig verstopfte, sondern mehr im Gehörgang lag, hörte ich alles viel lauter und greller. - Ok, das wird weg gehen. Frühstück, Frühstück, was essen, dann geht vielleicht ein Geist von gestern schlafen und ich fühle mich nicht mehr ganz so verkehrt.
Ich gehe zurück in die Küche, öffne den Kühlschrank: Bananen. Es riecht überall nach reifen, fast schon matschigen Bananen! Der ganze Kühlschrank! Sind mir die Biester wieder vergammelt? Ich schaue ins Gemüsefach - nein. Bananen sind schön gelb, frisch. Aber sie duften! So riechen Bananen sonst nur, wenn sie morgen vergammeln wollen. Das ist sozusagen die letzte Erinnerung für den Esser: Hey, ich kann es dir ja nicht sagen, aber morgen bin ich dann verschimmelt! Du kannst mich heute zumindest noch püriert in Joghurt mixen. Morgen ist es auch dafür zu spät. Meine Bananen sind aber noch ganz frisch. Gut. Aber irgendwas stimmt hier nicht. Wie ist das denn mit den sieben Sinnen? Gebe ich die ab, wenn ich abends ins Bett gehe und bekomme sie morgens dann wieder? Wie ist das, wenn man es verpasst hat, richtig ins Bett zu gehen und es dann 31.30 Uhr ist: Habe ich die doppelte Portion an sieben Sinnen bekommen und muss jetzt, 31.31 Uhr also vierzehn Sinne unter Kontrolle bekommen? Das ist zu viel!
Ich mache den Test: In der Dose mit dem Espressokaffee hatte ich vorher so eine widerliche, türkische Mischung, die wie Straßendreck mit Zitrone schmeckte - wobei Kaffee sowieso nie nach Zitrone schmecken sollte, nach Dreck aber bitte auch nicht unbedingt - ich koste den Espresso. Herrlich. Ja, das ist Espresso - mit dem Nachgeschmack von Zitrone und Straßendreck! Das ist doch bitte nicht wahr! Hinter mir scheppert kurz der Katzenfutternapf und ich fahre erschrocken rum. Ok, damit ist klar: Nicht nur Nase, Geschmacksnerven und Haut sind betroffen, sondern auch die Ohren. Auf die empfindlichen Augen bereite ich mich gerade vor. Wär ja zu schön, wenn ich die Brille zum lesen heute mal nicht bräuchte. Ich mache die Schreibtischlampe an und schaue auf das Buch, das ich vor 10 Stunden zuletzt anschaute: Ach, wär ja zu schön gewesen. Verschwommen wie immer. Aber es ist ganz schön hell, meine Güte!
Ich frühstücke und versuche, mich an den doppelt gefühlten Tag zu gewöhnen. Ich kann nicht sagen, dass es sich hierbei um eine Reizüberflutung handeln würde. Nein. Ich nehme nur die Dinge, die sonst zwar registriert, aber nicht weiter beachtet werden, heute in kompletter Stärke wahr. Lässt sich daraus was machen?
Es ist jetzt 36 Uhr. Ich sitze in der Bibliothek und habe hunderte Parfüms, Duschbäder, Waschmittel und Alkoholfahnen gerochen. Rechts von mir sitzt ein Topf Nivea und links eine verführerische Sommerfrische mit dem Zusatz von stechender Jasminsüße und Maiglöckchen. Mir ist etwas übel. Ich mache mir meine CD an: Bach, Solopartiten für Violine BWV 1001-1006. Doch ich höre schweres Atmen, Schniefen, einen sich in widrige Höhen leidenden Geiger. Ich fühle seine Haare rascheln, als er zu den in Zweiunddreißigsteln gejagten Arpeggien ansetzt, die Augen zusammenkneift, und sich schwer atmend an der Musik abarbeitet. Ich bin für einen Moment fasziniert. Die Fingerkuppen rutschen über die mit feinem Draht umspannten Seiten und lassen ein riffliges Zirpen hören. Der Raum, in dem der Geiger spielt, hat einen leichten Hall. Ich höre zudem noch den Lüfter meines Laptops rauschen und brummen. Ich nehme die Kopfhörer ab und frage die links neben mir sitzende Jasmin, ob sie sich von meiner Musik gestört fühlt. Sie schaut verständnislos. Ja, guck du nur. Ich weiß, dass du gestern ins Bett gegangen bist. Und deine Uhr geht falsch. Es ist jetzt 37.14 Uhr.
Es hat mich keiner erlöst. Mir schwirrt der Schädel. Mein Hirn hatte keinerlei Erbarmen mit mir und gab mir den ganzen Tag sämtliche Informationen ungefiltert ins Bewusstsein durch. Meine Welt heute war voll von Flüstergebrüll, umgeschlagenen Buchseiten, schabenden Stiften auf Papier, Tastaturgehacke, -8°C gefühlter Temperatur, die klebende Frischhaltefoliehaut kam gegen 39.57 Uhr wieder und ich finde es eine Unverschämtheit, dass man die Händetrockner aus dem ersten Stock auch im Keller hört. So fühlt sich also einer, der zwischen den unterschiedlichen Reizen nicht unterscheiden kann. So was gibt es ja: Da sortiert das Hirn nicht, was wichtig ist. Es rangiert alles auf derselben Reizebene: Der gelbe, am Fenster vorbei tanzende Schmetterling, das brummende Flugzeug am Himmel, das hupende Auto, das mich gleich umfährt, die auf der anderen Straßenseite schimpfende Frau mit dem kläffenden Köter, der so eine hässliche Fellfarbe hat, aber perfekt zu der links um die Ecke sitzenden Katze passt, etc. Da wird man hyperaktiv: Man möchte zu jedem Reiz hin- und gleichzeitig weglaufen. Eine echte Zerreißprobe!
So war es ein atomlichtheller Tag und ich konnte ihm nicht eine Sekunde aus dem Weg gehen.
02.02.2005
Ein Satz
Kurz vor dem Einschlafen, wenn der Körper seine Heizung endgültig abstellt und man einen Moment fröstelnd den Halbschlaf verlässt, für Sekunden die Augen noch einmal öffnet und das grelle Rot der Weckerzahlen die Netzhaut trifft, die Katze sich neben einem genüsslich streckt und Ruhe ausatmet, den Kopf zwischen die Pfoten bettet, während man selbst die Decke noch ein Stückchen fester um den Körper zieht, eine Hand unter das Kopfkissen schiebt und den sich ins Bewusstsein schiebenden Gedanken niederringt, dann hat man für einen Bruchteil des Tages Frieden mit sich geschlossen.
03.01.2005
Mir fehlen die Worte
Über Silvester gingen mir einige Sachen durch den Kopf. Oder besser gesagt fiel mir auf, wieviele Dinge für mich keinen Namen haben. Das heißt, eigentlich haben die Dinge schon einen Namen, aber sie haben es verpasst, sich mir angemessen vorzustellen: "Guten Tag, ich bin Trallala, heiße so und so und bin für dieses und jenes da." Statt dessen muss ich es mit "Dingsda", "Dingsbums" oder "Das Teil, mit dem man das da macht" anreden und ich komme mir so ein- und beschränkt vor. Nehmen wir mal das Ding, das man am Reißverschluss entweder hoch und runter oder hin und her zieht. Bis vor ein paar Tagen wusste ich noch nicht, dass es "Schlitten" heißt. Oder nehmen wir die Plastikteile, die sich an einer Weinflasche oben um den Hals schließen. Man öffnet die mit so einem Bippus...also, da ist so ein Streifen, mit dem man die Plastikfolie aufbekommt. Man findet diese Streifen auch in Rot an anderen Verpackungen, um sie besser aufzureißen. Und haben die vielleicht auch einen richtigen Namen? Wie klingt denn das: Bippus, Plastikteil, Dings!
Es gibt für die blödesten Dinge einen Namen, die einem geläufig sind: Topflappen, Scheuerleiste, Kreisverkehr, Tortenheber, Strichcode, Einwegflasche, Bleistiftspitzer, Heckenschere, Nudelsieb, Schnittstelle, Schienenersatzverkehr, Notlösung, Möbelpolitur, Kissenschonbezug, Spielzeugauto, Schmuckschatulle, Kaffeetasse, Fusselrolle. Aber bei den wichtigen Sachen hört es auf: Das Ding, wo man Tesafilm reintun kann und dann zieht man das Klebeband da so rüber und kann es abreißen. Oder: Wie heißen diese Haken, die sich seit ein paar Jahren statt eines ordinären Knopfes als Verschlüsse an Hosen befinden?
Wer hat auch noch so für ihn namenlose Dinge um sich herum, von denen er sich sicher ist, dass sie einen Namen haben, aber ihn einfach nicht verraten? Wir können hier ja so eine Art Namenstauschbörse einrichten. Fragen und Antworten. Ich bin gespannt auf eure bisher unbenannten Dinge (wechselnde Partner, Kinder und Haustiere sind vom Wettbewerb ausgeschlossen).
16.11.2004
Liebe Bine – 9.11.
Oh Gott.....hatten wir Jahrestag? Ich hab ihn vergessen? Nein? Dann.....äh.....Trennungstag? Wiedervereinigung? Oh Gott.......Moment, ich komm drauf.........puh........erstes Date! Nein, das war im März......kann es sein, dass wir am 9.11. bei dem einen Konzert, zu dem du dieses rote, bezaubernde Kleid mit den kleinen Schleifchen.....ach, das war meine Cousine und sie sah schrecklich darin aus.....nein, ach, ich komm nicht drauf. Ich hab's nicht so mit Gedenktagen. Mit Merktagen auch nicht. Entsetzlich, das mit dem Penisneid, nicht?
Liebe Bine. Manchmal bin ich nicht ganz ich selbst. Puck auch nicht. Er sitzt im Einkaufskorb und brütet eine Mango aus. Er schaut sehr zärtlich dabei. Genau genommen schaut er nicht. Er hat die Augen zugekniffen und macht einen sehr zentrierten Eindruck. Alle Kraft der Mango. Wie werde ich manchmal wieder ich selbst? Ok, positiv denken, das muss ich noch trainieren. Zunächst trainiere ich erst mal wieder Bauchmuskeln. Mit Situps. Gestern sagte mir eine Freundin: "Hey, dann musst du aber auch die Rückenmuskeln trainieren, sonst ist das ungesund." Ja, fängt man einmal an mit 5 Minuten, schon muss der Rest des Körpers auch und, schwupp, macht man den ganzen Tag nichts anderes mehr, als sich in alle Richtungen zu verbiegen. Es lebe der Sport!
Liebe Bine. Schau, fast ist es schon ein Gedicht. Letzten Samstag bei der Party bin ich ganz schön abgestürzt. Das war am 13.11., 4 Tage nach dem Tag, von dem mir nicht einfällt, was da war. Ich bin sicher, mit einfallen hat dieser Tag auch noch in anderem Zusammenhang zu tun. Aber am Samstag bei der Party wollte ich traurig sein. Ich meine, jetzt hab ich zur Hälfte meinen Abschluss. Aber ich wurde nicht traurig. Ich habe Bier und Sekt durcheinander getrunken, viel getanzt, gelacht, geflirtet, daraufhin bekam Micha Angst und türmte und an mehr kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht war ich in der Zeit traurig, an die ich mich nicht erinnern kann. Das Letzte, woran ich mich noch erinnere, war der Anfang einer Geschichte: Ich wollte schon immer mal betrunken auf einer Party darüber schreiben, wie die Party ist. Die Hälfte des Textes besteht aus der wüsten Aufzählerei irgendwelcher Namen und das soll den Sinn haben, dass der von Namen umringte Leser sich mittendrin, aber genauso fremd wie ich fühlt. Er kennt ja keine Gesichter. Letzten Samstag hab ich es nicht geschafft. Im Kopf war die Geschichte fertig und sie war wortgewaltig. Aber ich kann mich an keinen Satz mehr erinnern.
Liebe Bine. Manchmal wünsche ich mir, einiges zu vergessen. Es sind die großen Dinge. Ich vergesse viel Schönes. Kaum passiert etwas, das schön ist, kommt gleich der Zweifel an dessen Seite gehuscht, steht mit erhobenem Zeigefinger daneben und sagt: "Nur nicht übermütig werden, du weißt noch nicht, wozu es gut ist!", und dann möchte ich es schon wieder vergessen, um den Zweifel zu vertreiben. Es wäre viel einfacher, den Zweifel zu vergessen und das Schöne zu bewahren und leider Gottes läuft es immer anders herum: Ich vergesse das Schöne und der Zweifel bleibt. Der brütende Puck auf der Mango – schön. Mango am Dienstag letzte Woche gekauft – ich sollte eher meinen Einkaufskorb ausräumen, noch 2 Tage und die Mango ist verdorben, die guten Vitamine, die Kartoffeln liegen auch noch daneben und werden schon grün, wenn das alles verdirbt, war das rausgeschmissenes Geld, immerzu vergesse ich, meine Lebensmittel in den Kühlschrank – der brütende Puck auf der Mango – schlecht. Ich schaff es nicht, positiv zu denken. Ich muss dringend meine Wohnung sauber machen, ich muss für die letzte Prüfung lernen, in 2 Wochen ist Konzert und ich sollte mal die Stücken üben, die wir da spielen (das hab ich bisher auch vergessen), Puck soll endlich aus dem Einkaufskorb verschwinden, was mach ich nur?
Liebe Bine. Mir fällt noch immer nicht ein, was am 9.11. war. Ich weiß nicht einmal, ob ich mir jemals gemerkt habe, was an dem Tag war. Vielleicht wusste ich es auch irgendwann und hab es verdrängt. Merken, erinnern, vergessen, verdrängen. Unsere Hirne sind hundsgemeine Biester, findest du nicht? Wir müssen zusammen bleiben. Vielleicht weiß die eine von der anderen die wichtigen Dinge: Ich als dein ausgelagertes Gedächtnis und du als mein ausgelagertes Gedächtnis. Von heute werde ich viel behalten: Ich habe es dir geschrieben. Hab Dank.
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